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ARTENVIELFALT UND BAULÜCKEN

waren im Rahmen der "Stadtentwicklung 2030" die Themen, zu denen am 5. März 2018 die GL in die „Alte Abtei“ an der Kurpromenade zum 1.Stammtisch 2018 einlud

Anlass für die beiden aufgeworfenen Themen sind der zunehmende Schwund von Insekten der allerorts zu beobachten ist und der zunehmende Flächenfraß durch Ausweisung von Neubaugebieten. Die Nutzflächen sind überall begrenzt – das ist eine Binsenweisheit. Kurzum, wo der Mensch ein Neubaugebiet ausweist, geht eine Wiese, sprich Bienenweide oder eine andere Nutzfläche der wilden Tiere oder Pflanzen verloren.

Inwieweit auch Bad Herrenalb davon betroffen ist und welche Lösungen erarbeitet und umgesetzt werden können, darüber wollen wir heute informieren und diskutieren.

Artenvielfalt

Schnell waren sich die Teilnehmer des öffentlichen Bürgerstammtisches einig, dass sich die Quantität von Insekten in Bad Herrenalb in den letzten Jahren drastisch verringert hat.

Eine Mitarbeiterin des Umweltamtes Gaggenau – Fachbereich Landschaftspflege – informierte in einem Fachvortrag über die Ursachen des Insektensterbens, wie Nutzflächen, also Lebensräume, den Insekten zurückgeben werden können und welche Maßnahmen die Kommune und der einzelne Bürger ergreifen können.

Ursache des Insektensterbens ist einmal das intensive Mähen. So sollte erst Ende Mai gemäht und das Mähgut abgeräumt werden. Bleibt das Mähgut liegen, so verdichtet sich das Gras immer mehr und es entsteht eine „Fettwiese“ und die Eier und Larven der Insekten ersticken. Wo dies nicht möglich ist, so sollte wenigstens Abschnittsweise gemäht werden. Der Idealfall ist das Mähen nur zwei Mal im Jahr.

Das Mähen dient der Offenhaltung der Landschaft. So kann der Schnitt der Gräser nicht nur durch Maschinen, wie dem Rasenmäher, sondern auch durch Beweidung erfolgen. Traditionell grasen Schafe, Ziegen und Kühe die Wiese ab.

Als weitere Ursachen des Insektensterbens wird auch die intensive nächtliche Beleuchtung gesehen. Das Beleuchtungskonzept sollte überprüft werden.

Weiter stellt die Umwandlung von traditionellen Bauerngärten mit Obstbäumen und  Gemüsebeeten in Ziergärten eine Bedrohung unserer Insekten dar. Das vormals herrschende Nahrungsangebot ist schlicht weggefallen.

 

Baulücken

Zu heftigen Diskussionen führte das zweite Thema des Abends:

Wie soll die Bauentwicklung in Bad Herrenalb weitergehen.

Hin zu weiteren Neubaugebieten an den Stadträndern oder Innenentwicklung. Die Ausweisung von Neubaugebieten würde weiterem Flächenfraß und Bodenversiegelung Vorschub leisten – der Lebensraum der Natur würde zunehmend eingeschränkt und für lange Zeit verloren gehen. Am Ende der Diskussion wurde der Innenentwicklung gegenüber der Ausweisung von Neubaugebieten der Vorzug gegeben. Als kurzfristiges Ziel wurde die Erhebung von vorhanden Leerständen von Häusern und Baulücken in der Stadt anvisiert. Dazu haben die Gemeinderäte der GL eine Anfrage verfasst.