Seit 1996 lebe ich in Bad Herrenalb. Die Stadt ist mir schon früh ans Herz gewachsen, ich darf sagen – Bad Herrenalb ist meine Heimat geworden.

Wie bin ich zur Grünen Liste gekommen?

Nein, das war ursprünglich kein kommunalpolitisches Anliegen. Es war aktuell die Bundespolitik unter Schröder, der Rücktritt von Lafontaine. Ich wollte runter vom Sofa, nicht mehr mit dickem Hals die Politik passiv verfolgen – ich wollte mitgestalten. Mit einem kleinen Umweg über die SPD Bad Herrenalb/Dobel kam ich 1999 zur GL Bad Herrenalb. Passt gut, denn die Bundes Grünen hatte ich von Anfang an gewählt.
Bei den Gemeinderatswahlen wurde ich nie direkt in den Stadtrat gewählt, sondern war Nachrückerin für Siegrid Fiebig im Jahr 2008 und nach der Wahl 2009 von Monika Koop. Im Jahr 2013 trat ich aus gesundheitlichen Gründen zurück.
Kommunalpolitik in Bad Herrenalb ist sehr spannend und interessant. Alles muss differenzierter betrachtet werden, wenn man die Zusammenhänge kennt.  Die Hintergründe meiner Kandidatur zur Bürgermeisterwahl möchte ich hier nicht breittreten. Verkürzt – das Potential, das Bad Herrenalb hat, wurde reduziert umgesetzt.

Was finde ich gut an Bad Herrenalb?

Die einzigartige und vielfältige Landschaft – ja, das kommt hier an erster Stelle, weil ich nicht so der gesellige Typ bin. Das bürgerschaftliche Engagement – viele Bürger tragen durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit, oft mit Herzblut, zu einer liebenswerten Stadt bei. Welches Potential an Engagement hier steckt, das hat nicht zuletzt die Gartenschau bewiesen. Und wenn ich dann doch einmal Gesellschaft möchte, dann finde ich hier ein vielfältiges Angebot – überspitzt, hier kann man alles machen, außer segeln. Apropos segeln: die Therme segelt seit Jahren führungslos und ohne Kompass auf rauer See. Ich werde hinterfragen, warum das so ist, aber die Therme nicht infrage stellen. Die Therme gehört mittlerweile zur Identität von Bad Herrenalb.

Welche Ziele habe ich für die kommenden fünf Jahre?

Um Ziele zu formulieren, meine ich, muss erst eine Bestandsaufnahme gemacht werden. Was haben wir – das ist nicht wenig – was brauchen wir und passt das auch hierher? Als Rahmen dient mir das Leitbild aus dem Jahr 2000, das sich Bad Herrenalb mit viel Aufwand und breiter Bürgerbeteiligung gegeben hat. Für mich hat das die Bedeutung eines  grundsätzlichen Leitfadens für Bad Herrenalb. Also man kann immer mal wieder hinterfragen und prüfen, ist das Leitbild noch zeitgemäß und dann an der Stellschraube drehen, aber nicht ständig infrage stellen.

Persönlich wichtig sind für mich das Echo von Begriffen wie Wertschätzung (Menschen, Umgang miteinander, Natur, Sachen, Wirtschaftsgüter), Vielfalt (von Menschen, Kulturen, Meinung, Arten) und demokratische Werte, wie öffentliche Debatten und Entscheidungsprozesse. Alles Begriffe, die auch in unserem Mikrokosmos Bad Herrenalb gelebt werden und gelebt werden können.

Konkretes Ziel:

Der Warteraum muss umgebaut werden zu einem Innovationszentrum. Alle betroffenen Akteure müssen an einen runden Tisch. Übersetzt heißt das: Die Verwaltung wartet auf Impulse vom Gemeinderat, der Gemeinderat wartet auf Impulse der Verwaltung, die Bürger warten auf Impulse von Gemeinderat und Verwaltung und alle warten auf Impulse von außen – den Investoren, die nicht nur Geld, sondern auch Ideen mitbringen – und das seit einer Generation.
Wir haben in unserer Gemeinde genügend Bürger und Fachleute mit Fachwissen, Engagement, Herzblut und Ortskenntnis, damit Ziele formuliert werden können, die auch zu uns passen. Also alle jeweils betroffene Akteure an einen runden Tisch mit der Verwaltung, mehr Miteinander und begraben von alten Ressentiments.

PS: muss sich eigentlich jeder Bürgermeister und Gemeinderat mit ortsbildprägenden und unsere Landschaft zerstörenden Betonbauten (Panoramahotel, Hochhäuser, Celenusklinik.) verewigen? Ich baue, also bleib ich…