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Wildblumenaktion

Blütenreiche Wiesen, Gärten und Balkone mit heimischen Kräutern und Wildblumen können dazu beitragen, insbesondere Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insektenarten neue Lebensräume anzubieten.

Die Grüne Liste hat sich zum Ziel gesetzt, mit einer längerfristig angelegten Initiative über dieses Thema zu informieren und für verschiedene Standortbedingungen in Bad Herrenalb spezielle Wildsamenmischungen an interessierte Bürger abzugeben. Wir freuen uns auf Ihr Interesse und Ihre Hilfe, etwas für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt zu tun. Darüber hinaus werden wir auch öffentliche Flächen in dieses Netzwerk einbinden.

Projekt „Rettet unsere heimischen Wildbienen, Schmetterlinge und Insekten“

–  Insektensterben – auch bei uns  –

An ihre jeweilige heimische Region angepasst – und auch nur dort vorkommend – gibt es in Deutschland etwa 585 verschiedene Arten von Wildbienen – die bekannteste und größte ist die Hummel. Wildbienen leben nicht in großen Kolonien wie Honigbienen, sondern sind meistens Einzelgänger. Sie sind auch keine „Honigbienen“ und da sie nichts zu verteidigen haben, haben sie keinen großen Stachel und stechen somit nicht.

Warum sterben Wildbienenarten, Schmetterlinge und Insekten aus?

Während Honigbienen jeden Nektar aufnehmen, sind Wildbienen bei der Aufnahme von Pflanzenpollen und Nektar auf einzelne Pflanzenfamilien, manche gar auf einzelne Pflanzenarten,  spezialisiert. Finden sie die geeignete Blüte nicht, verhungern sie.

Warum sind Wildbienen wichtig?

Während Honigbienen beim Sammeln auf derselben Pflanze von Blüte zu Blüte fliegen, fliegen die Wildbienen im Zickzackkurs von einem Baum zum nächsten. Zudem fliegen Wildbienen auch bei Wind und Wetter, während Honigbienen da eher im Stock bleiben. Wildbienen bestäuben also mehr Pflanzen, sodass der Ertrag an Obst und Gemüse gesteigert wird. Manche Wildpflanzen sterben aus, weil der passende Bestäuber nicht mehr vorhanden ist. Das Ökosystem gerät so aus dem Gleichgewicht.

Was kann jeder Einzelne tun?

In unseren gepflegten Gärten herrscht ein großer Blütenreichtum, der mancherorts eine Augenweide ist. Gleichwohl verhungern unsere heimischen Wildbienen mangels heimischer – genetisch nur in unserer Region vorkommenden – Wildblumen. Auf andere Blüten können sie nicht ausweichen – der Schlüssel passt nicht ins Schloss.

Richtig Mähen, um vom Frühjahr bis zum Spätherbst eine dauerhaft vorhandene Bienenweide vorzuhalten: entweder die komplette Wiese nicht zu früh und nur 2 mal im Jahr mähen oder jeweils nur Teile der Wiese mähen und Streifen stehen lassen um einen Anteil der Wildblumen zur Nahrungsaufnahme verfügbar zu halten.

So kann ein für die Wildbienen erreichbares Netzwerk von ausgesäten heimischen Wildblumen in der Region geschaffen werden.

Machen Sie mit! Werden Sie Teil des Netzwerks für Wildbienen in Bad Herrenalb und schaffen Sie einen kleinen Raum in Ihrem Garten oder auf ihrem Balkon für unsere bedrohten Insekten. Sie werden Ihre Freude haben an bunten Blumen und dem Besuch von vielen Schmetterlingen und helfen mit bei der Rettung der heimischen Wildbienen.

Unter dem Motto „Wildbienen – Artenvielfalt – Zukunft“ haben wir unsere Initiative zum Erhalt der Artenvielfalt in der Region gestartet.

Aus einem vielfältigen Angebot haben wir 4 Samenmischungen für unterschiedliche Standorte und Geschmacksrichtungen ausgewählt:
Eine bunt blühende, sehr artenreiche Blumenwiese, den Schmetterlings- und Wildbienensaum, der in besonderem Maß die Ansprüche von Wildbienen und Schmetterlingen berücksichtigt, den sehr ästhetischen und wertvollen Wärmeliebenden Saum und den attraktiven, lang blühenden Bunten Saum.

Es wurden 2 Standorte im öffentlichen Raum festgelegt, die wir in Eigeninitiative anlegen und pflegen werden. Am Rand der Schweizer Wiese werden wir den Bunten Saum aussäen und beim Kindergarten im Dobeltal wird eine Blumenwiese entstehen. Sehr schön ist, dass wir hier die Kinder des Kindergartens in das Projekt einbeziehen können.

Bei unserem Stand auf dem REWE Parkplatz am 13.4.2019 war das Ziel, die Bevölkerung zu informieren und zum Mitmachen zu gewinnen. Trotz Kälte und Regens hatten wir viele interessierte Besucher/innen und gute Gespräche. Viele Gartenbesitzer haben sich bereit erklärt, Teil des Netzwerks für die Wildbienen zu werden. Wir haben Informationsmaterial und insgesamt 97 Samentütchen verteilt. Am beliebtesten war die Blumenwiese gefolgt von dem Wärmeliebenden Saum. Die Samen wurden kostenlos abgegeben, jedoch konnten wir uns über viele freiwillige und großzügige Spenden freuen, die für die Finanzierung des Projekts eingesetzt werden.

Bei dem Infostand der Grünen Liste zur Kommunalwahl am 4.5.2019 werden wir die Initiative fortsetzen und weitere Samentütchen verteilen. Außerdem sollen im Mai 2019 die öffentlichen Flächen in Angriff genommen werden.

Wir freuen uns schon auf die Vielfalt in den Gärten und Wiesen in und um Bad Herrenalb.

Frostigen Nächten im Mai, heißen Temperaturen im Sommer und Regenarmut zum Trotz haben die ausgesäten Wildblumen auf beiden Flächen bis in den späten Herbst herrlich geblüht. Sogar jetzt, im November, blüht es noch vereinzelt und die verblühten Stängel bieten auch im bevorstehenden Winter Schutz und Nahrung für viele Insekten.

Die Initiative in 2019 war Auftakt für weitere Aktionen, mit denen wir das Projekt weiterführen und ausbauen werden und im Februar 2020 werden wir mit den Vorbereitungen beginnen.

Wir werden wieder Kontakt zu den Kindergärten aufnehmen, die schon in diesem Jahr Wildblumen in Kästen gesät haben, und vielleicht besteht im nächsten Jahr auch an der Schule Interesse an dem Thema Artenvielfalt.

Die bestehenden öffentlichen Flächen sollen vergrößert werden und gerne würden wir die Wildblumen auf mindestens einer weiteren Fläche aussäen. Darüber hinaus wollen wir anregen, bestimmte Flächen nicht mehr regelmäßig zu mähen und sich selbst zu überlassen. Auch dies trägt zum Schutz der Artenvielfalt bei.

Ganz wichtig ist, den Gedanken „Wildbienen – Artenvielfalt – Zukunft“ weiter in die Bevölkerung zu tragen und das Netzwerk für Wildbienen auszubauen. Daher ist ein Aktionstag auf der Schweizerwiese geplant, an dem wir die Bürger/innen zum Erfahrungsaustausch einladen, und auch im nächsten Jahr die kostbaren Wildblumensamen verteilen werden. Bei hoffentlich guten Wetterbedingungen möchten wir das im März machen, um gut vorbereitet zu sein, wenn die Natur im Frühling wiedererwacht.

Ein Bericht von Carmen

alles ist anders im Frühjahr 2020 und alles scheint still zu stehen in dieser Zeit der COVID 19 – Pandemie … wirklich alles? … aber nein: der Frühling wurde nicht abgesagt, die Natur ist aus dem Winterschlaf erwacht und die ist Zeit reif für die Fortsetzung unseres Projekts zum Erhalt der Artenvielfalt.

Wir freuen uns sehr, dass die Stadtverwaltung Bad Herrenalb uns nach Gesprächen mit Herrn BM Hoffmann großzügige Flächen zur Aussaat der Wildblumen genehmigt hat. Die Mitarbeiter des Bauhofs haben diese so toll vorbereitet, dass die Aussaat durch die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Artenvielfalt“ am 20.4.2020 mühelos erledigt werden konnte.

Die bestehende Fläche auf der Schweizerwiese konnte um ein Vielfaches erweitert werden und auch die Fläche beim Kindergarten wurde vergrößert. Außerdem ist eine zusätzliche Fläche in der Nähe des Parkplatzes Kullenmühle hinzugekommen. Verwendet wurden hochwertige Samenmischungen heimischer Wildblumen, die einer Vielzahl von Insekten als wertvolle Nahrungsquelle dienen.

Nun hoffen wir auf baldigen Regen und freuen uns schon auf das Sprießen der Wildblumen und das Summen der Insekten im Sommer bis in den Herbst hinein.

Einen Aktionstag zum Austausch mit der Bürgerschaft können wir im Moment nicht planen, hoffen jedoch, diesen in der zweiten Mai-Hälfte durchführen zu können.

Christian und Dieter beim Vorbereiten des Bodens beim Kindergarten

Michael beim Aussäen

Die große Fläche auf der Schweizerwiese

Die neue Fläche beim Parkplatz Kullenmühle

Kullenmühle 04.2020

Die lange Durststrecke

Schweizer Wiese

Kinderhaus (Kindergarten)

Verwendung Für alle extensiv genutzten Wiesen in der freien Landschaft und innerorts geeignet. Die Mischung ist für ein weites Spektrum an Standortverhältnissen verwendbar: Von der Salbei-Glatthaferwiese bis zur frischen Ausprägung einer artenreichen Flachland-Mähwiese. Die Arten, denen der Standort zusagt, werden über die Jahre reiche Populationen aufbauen, wenige andere gehen zurück. Der Schwerpunkt der in der Mischung enthaltenen Arten liegt im mittleren Standortspektrum. Charakteristik Bunt blühende, sehr artenreiche Blumenwiese mit nieder- bis hochwüchsigen Arten, Unter-, Mittelgräser und Obergrün. Sie erreicht eine Höhe von 80-100 cm vor dem ersten Schnitt. Bereits im ersten Jahr sorgen Akzeptanzarten wie Kornblume und Klatschmohn für einansprechendes Bild. Im zweiten Jahr gelangen Margeriten und Glockenblumen zur Blüte, später werden Bocksbart, Witwen- und Flockenblumen die bunt blühende Wiese prägen. Pflege / Nutzung Zwei- bis dreimalige Mahd, je nach Nutzung und Witterungsverlauf, Abräumen des Mahdgutes. Im 1. Jahr nach Ansaat sind bei unerwünschtem Samenpotenzial im Boden zusätzliche Pflegeschnitte und das Abräumen des Schnittguts notwendig. Bei großen Flächen ist eine Nutzung von Heu, Öhmd oder Silage sinnvoll. Beweidung ist möglich.   Quelle: Rieger Hofmann 01 Blumenwiese

Verwendung
Wir bieten den Wildbienen- und Schmetterlingssaum in acht Mischungsrezepturen für die großen Naturräume Deutschlands an. Er ist für die freie Landschaft konzipiert und kann entlang von Wegen, auf Stufenrainen oder vor südexponierten Gehölzen und auch in langfristigen Ackerrandstreifen / Buntbrachen ausgebracht werden.
Charakteristik
Die Mischung besteht aus 90% Wildblumen und berücksichtigt in besonderem Maß die Ansprüche von Wildbienen und Schmetterlingen an Trachtpflanzen. Die 10% Untergräser dienen als Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen. Ein langer Blühaspekt von frühzeitig blühenden Arten, wie dem Barbarakraut, bis zu Hochsommerarten (z.B. Wegwarten und Malven) garantiert eine kontinuierliche Sammelquelle. Darüber hinaus natürlich auch für den Menschen attraktiv. Einige einjährige Arten sorgen dafür, dass bereits ab dem ersten Jahr ein ansprechender Bestand entsteht. Inden Folgejahren werden sie von ausdauernden Arten ersetzt. Der Saum erreicht dann eine Höhe von 60-140 cm.
Pflege
Nach erfolgter Bestandsentwicklung genügt eine einmalige Mahd im Spätherbst oder noch besser im Frühjahr. Wintersteher bieten Ansitzwarten für Vögel und die Samen sind begehrtes Winterfutter. Idealerweise wird nicht gemulcht, sondern gemäht und das Mahdgut abgeräumt. An manchen Standorten reicht auch eine Mahd in zwei- bis dreijährigem Abstand.


Quelle: Rieger Hofmann 08 Schmetterlings- und Wildbienensaum

Verwendung Für den Hausgarten, in Parkanlagen, im öffentlichen Grün, z.B. entlang von Gebäuden oder Wegen, optimal ist eine Raumtiefe von mindestens einem Meter. Beste Entwicklung auf „abgemagerten Böden“ mit möglichst geringem Nährstoffgehalt. Auf diesen Standorten über 10 Jahre stabil. Der Saum erreicht eine Höhe von 80-140 cm. Charakteristik In dieser Mischung werden Arten verwendet, die besonders bunt und oft sehr anhaltend blühen. Viele dieser Arten sind selten oder selten geworden; es handelt sich um botanische Kostbarkeiten mit einer besonders ansprechenden Ästhetik. Auch für die Insektenwelt, insbesondere Wildbienen und Schmetterlinge, sind die Pflanzen wertvolle Pollen- und Nektarquellen. Von dem Insektenreichtum profitieren dann wieder unsere Fledermäuse und Vögel. Pflege Einmalige Pflegemahd im Herbst oder noch besser im zeitigen Frühjahr. Einige Pflanzenarten sind attraktive Wintersteher, die in ihren hohlen Stängeln Winterquartiere für allerlei Insekten bereithalten und deren Samenstände gerne von Futter suchenden Vögeln aufgesucht werden. Quelle: Rieger Hofmann 10 Wärmeliebender Saum

Verwendung
Überall im Siedlungsbereich. Eignet sich zur schnellen Begrünung für eine Dauer von 1 bis 5 Jahren. Verwendung z.B. in Rabatten, an Hauswänden, Mauerfüßen oder wegbegleitend.
Charakteristik
Attraktive ein- und zweijährige Arten, langer Blühaspekt von Mai bis Oktober. Die verwendeten Arten stammen aus den Bereichen Ackerbegleitflora und kurzlebige Ruderalvegetation. Der Saum wird bis zu 120 cm hoch.
Pflege
Mahd im Spätherbst mit Abräumen des Mahdgutes. Samenkapseln ausschütteln und Saatgut flach einrechen.


Quelle: Rieger Hofmann 11 Bunter Saum

Alle verteilten Samenmischungen beziehen wir von der Firma Rieger Hofmann GmbH aus Blaufelden.