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Thema Wald

22.08.2020 - Führung duch den Bannwald Maienberg

Waldführung2

Der neue Planungszeitraum für die Bewirtschaftung des Gemeindewalds Bad Herrenalb beginnt im Jahr 2021 und aus diesem Anlass wurde auch beim Stammtisch der Grünen Liste Bad Herrenalb im Juli 2020 über dieses Thema diskutiert.

Der Erhalt der Natur ist ein Hauptanliegen der Grünen Liste und davon abgesehen lebt Bad Herrenalb von seiner einzigarten Lage in einer herrlichen Landschaft. Allgegenwärtig sind derzeit die Probleme des Waldes durch Trockenheit und Schädlinge und es ist offensichtlich, dass es so nicht weiter gehen kann – aber wie dann?

Um dies zu erkunden, haben wir uns zu einer Führung mit Manfred Senk (Förster a.D.) durch den Bannwald Maienberg aufgemacht und waren begeistert von dem was wir zu sehen und so anschaulich erklärt bekommen haben.

Die Region um den Maienbergkopf wurde 1999 durch den Orkan Lothar nahezu völlig zerstört. Zuvor waren hier in hohem Maße Fichten auf forstwirtschaftlich ausgerichteten Flächen zu finden, die dem Sturm nicht standhalten konnten.

Im Jahr 2002 wurde verordnet, dass hier ein Bannwald entstehen und erforscht werden soll, wie der Wald sich ohne menschliches Eingreifen entwickeln würde.

Bis heute, 20 Jahre später, hat sich das Bild völlig gewandelt. Birken und Vogelbeerbäume, Tannen und Buchen teilen sich Licht und Schatten, schützen einander vor Stürmen und Vegetation und Tierwelt sind auf dem Weg zu einem vielfältigen Lebensraum in einem natürlichen Wald

Durch die Vielfalt ist der Wald resistent gegen äußere Einflüsse und Schädlinge. Der gefürchtete Borkenkäfer hat die einzelnen, noch vorhandenen Fichten befallen, nicht jedoch die übrigen Baumarten. Ein Schädling, der möglicherweise einmal die Tannen befällt, kann wiederum den Buchen nichts anhaben. Leben und Sterben bilden einen ganz natürlichen Prozess, und natürliche Verjüngung ist die Zauberformel für einen gesunden, resistenten und überaus attraktiven Wald.

Was theoretisch schon klar war, wurde uns bei diesem Ausflug noch einmal ganz deutlich vor Augen geführt: bei den Flächen, die derzeit durch Trockenheit und Borkenkäfer komplett zerstört werden, handelt es sich nicht um Wälder, sondern um von Menschen zu wirtschaftlichen Zwecken herangezogenen Monokulturen. Ein echter Wald, der diesen Namen verdient hat, kann nur aus eigener Kraft entstehen. Die Lösung liegt für uns somit auf der Hand: die Wälder ganz einfach sich selbst überlassen!

Natürlich werden immer Bäume für die Holzwirtschaft benötigt, aber schon, wenn nur ein Teil der Waldflächen aus der Nutzung herausgenommen wird, ist viel gewonnen.